Facebook schafft Platz für seine Mitglieder

Laut eigener Aussage hat Facebook mittlerweile über 500 Mio. Nutzer, Mitglieder, Werbeziele – you name it. Damit wäre ein Facebook-Staat der drittgrößte Staat der Welt. Diese Masse an Nutzern und vor allem die durch die Nutzer generierten Inhalte, wie Bilder und vor allem auch Nutzungs- bzw. Bewegungsdaten haben zu einer Erweiterung des bestehenden Datacenters in Prineville geführt.

Bei diesem Rechenzentrum handelt es sich um der erste und bislang einzige Datacenter, welches Facebook auch in eigener Regie gebaut und von seitens Facility her betreibt. Die Kosten des Baus werden auf 188mio. Dollar beziffert, ein stolzer Preis und der Grund warum immer wieder Investorengeld gerne gesehen wird. Die Auswahl der Örtlichkeiten wird sicherlich gerne von eher strukturschwachen Regionen Unterstützt. Ist doch solch eine Ansiedlung ein Garant für zusätzliche Beschäftigung, wie auch Facebook selbst sagt:

The expansion will create additional construction employment, said Patchett. During construction, there are between 150 to 200 workers on site on any given day. The Prineville Data Center will create 35 long-term jobs. For information about employment opportunities go to Facebook.com/careers.

Neben diesen Fakten ist vor allem auch das technische Nachhaltigkeitskonzept äußerst spannend:

  • Man zielt auf Führung bei der LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) Zertifizierung
  • Ein Wirkungsgrad von 1,15 soll durch “diverse technische Maßnahmen” erreicht werden
  • Mittels Dampfbasierte Kühlaggregate soll der Energieverbrauch der Kühlung 60-70% unter den üblichen Aggregaten liegen. Wenn die Außentemperatur unter der Kühltemperatur liegt, wird “natürlich” gekühlt (outside air economizer mode)
  • In der kalten Jahreszeit soll die erzeugte Abwärme zur Heizung der Büros genutzt werden
  • Am spannendsten, aber leider auch mysteriös geblieben ist die Aussage nach einer eigen entwickelten USV, die 12% weniger Verbrauch hat. Die darunterliegende Technik wurde als Patent angemeldet.
  • Dazu kommen noch eher Randaktivitäten, wie Nutzung von Regenwasser und nachwachsenden Materialien und Baustoffen wo es möglich ist.

Alles in allem kocht auch Facebook, mit Ausnahme der USV, nur mit Wasser – im wahrsten Sinne des Wortes. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass explizit öffentlich mit diesen Maßnahmen umgegangen wird. Hier wurde beim großen Vorbild (Google) angeschaut. Der Internetgigant versucht seit vielen Jahren seine Datacenter möglichst ökologisch zu betreiben. Beiden Firmen dürfte neben der sicherlich positiven Publicity auch der betriebswirtschaftliche Aspekt Motivation sein. Je effizienter ein Datacenter im Betrieb ist, umso weniger Betriebskosten wird es nach sich ziehen.
Eigentlich eine einfache Formel…



Ähnliche Artikel:

  1. Datacenter Journal schreibt über das neue Facebook Datacenter
  2. Wie funktioniert Facebook? Teil 2: Infrastruktur
  3. Wie funktioniert Facebook? Teil 1: Operations
  4. Apple könnte facebook kaufen
  5. Microsoft und seine Rivalen

Tags: , , , ,

No comments yet.

Leave a Reply